Im Werk der Künstlerin Belinda di Keck begegnen sich Menschen, Kulturen, Symbole und Religionen der Alten und Neuen Welt. Sie treten in Beziehung miteinander und Gemeinsamkeiten werden sichtbar.

Die Künstlerin lässt sich nicht von dem gängigen Markt des Kunstbetriebes beeinflussen und ihr individueller Stil lässt sich kaum in der multikulturellen Kunstwelt einordnen.

Ihre metaphysische Phantasie und Erfahrung fließen in ihre Kunst mit ein. Ihre Themenwahl ist immer auf die Großen Zusammenhänge ausgerichtet. Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Weiblichkeit, die Frau als Ursprung des Schöpfungsprozesses.

So weist ihre bewusst weibliche Formensprache auf eine übergeordnete Gefühlswelt in einem weiblichen Multiversum hin.

In einer barock anmutenden Manier werden die Bilder Schicht für Schicht aufgebaut. Sie setzt leuchtende Farben in frühlingshafter Fülle ein, dadurch vermitteln ihre Bilder eine Lebensfreude, die den Betrachter berührt. Ihre Malerei ist symbolisch, vielleicht auch magisch und hat eine positive künstlerische Aussagekraft.

 

Ihre Werke versteht sie als Tore zur Weltenseele.

Serie Begegnung mit den Ahninnen 2010

Gedanken zur Ausstellung

Begegnung mit den Ahninnen

 

Die innere Unruhe, die mich mein ganzes Leben über begleitet und die nur weg ist, wenn ich mich selbst vergessend im Leben bewege, treibt mich dazu mir immer wieder die Fragen zu stellen:

 

Woher komme ich?

In welchem Urgrund des Seins wurzelt meine Seele?

Wie hängt alles zusammen?

 

Seit ich mich erinnern kann spüre ich eine Verpflichtung den unsichtbaren Welten hier in dieser Welt eine Möglichkeit des Ausdrucks zu geben. Von Zeit zu Zeit lüftet sich ein wenig der Vorhang und ich kann Teile erkennen. In Stunden höchster Glückseligkeit spüre ich wie alle Welten durch mich hindurch fließen. Und ich erkenne mich als Seele, Mensch und als Frau.

 

Frau sein was bedeutet das, wie sieht sich eine Frau von heute, wie definiert sie sich, nach welchen Werten lebt sie, an welchen Frauenfiguren orientiert sie sich, woran glaubt sie, an welche Gesetze hält sie sich, und wer hat diese Werte, Gesetze, Glauben und Frauenbilder entworfen? Entsprechen diese Vorstellungen denn wirklich dem inneren Wissen einer Frau?

Als ich 2004 die Serie der „Kleinen Hexen, die Musen des Alltags“ in die Welt bringen durfte oder sollte, wurde mir eine Tür geöffnet und ich erblickte eine der Großen Mütter, die mir klar machte, dass ich als ein Teil der Frauengeschichte aufgerufen bin zu handeln.

In dieser Ausstellung tritt die weibliche Urkraft des Universums in all seinen Daseinsformen in Vordergrund.

 

Urmütter, wie sie von Frauen vor bis zu 30.000 J. v.u.z. in Ton oder Stein dargestellt wurden, ebenso wie die 3 Heiligen Frauen der Kelten (Bethen), Griechen (Moiren) und Römer (Grazien) finden eine Wiederbelebung in meinen Bildern. Erinnerungen, Ahnungen und Träume finden Farbe und Form.

 

Der weiblichen Urkraft eine Möglichkeit geben mich und die Welt zu verwandeln. Ich rede von

der Weisheit der Liebe und Fürsorge,

der Ehrlichkeit in der Wahrnehmung

der Bewusstheit über den Wandel der Form: Geburt – Leben – Tod- Wiedergeburt

dem Begreifen, Teil eines großen Ganzen zu sein, in dem jede(r) und alles seine Wichtigkeit hat und alles miteinander zusammenhängt.

Die Urmütter, Fruchtbarkeitsgöttinnen für das Leben der Menschen zuständig

Fruchtbarkeit bedeutete nichts anderes als

Fülle - Gute Saat und gute Ernte

Reichtum – gesunde Kinder, Schutz

Freude – Freunde und Familie;

in heutiger Zeit nennen wir es Fortschritt und Wachstum.

 

Den Unterschied, den ich in den unterschiedlichen Menschheitsepochen sehe, ist der, dass zu der Zeit der Göttin, der Magna Mater, die Menschen dankbar oder demütig waren. Sie brachten ihr Gebete und Opfer, Danksagungen der Göttin entgegen. Gaben der Natur etwas zurück. Wie es heute noch in manchen Volksstämmen der Welt Brauch ist.

Auch die Votivgaben in den Wallfahrtskirchen zeugen noch von dieser Dankbarkeit. Die meisten Wallfahrtskirchen sind übrigens Marienkirchen.

Heute wird alles zur Selbstverständlichkeit, es wird nicht mehr gebet-en, sondern verlangt.

Begegnung mit den Ahninnen, warum suche ich sie – warum suchen sie mich?

So verbunden ich mich mit dem ganzen Universum fühlen kann, so abgeschnitten und alleine fühle ich mich manchmal im Leben.

Die Welt wie sie ist, mit all den Kriegen, dem Leid, dem Hunger und der Unterdrückung spiegeln zum Teil meine Wut und meine Verzweiflung wieder.

Die Geschichte wie sie geschrieben ist, ist die Welt der Patriarchen, vordergründig sehe ich überall die Ver-herr-lichung der Welt und ich suche die weibliche Stimme in mir und in der Welt.

 

Nur bei näherem Hinsehen und Hinein spüren erkenne ich die Spuren der Göttin.

Immer wieder frage ich mich, warum gab/gibt es seit Jahrtausenden keine führende Frauenfigur, wie Jesus, Buddha, Mohammed.

Ist die weibliche Kraft nicht mächtig, kann sie nicht führen, ist sie nicht weise, ist sie nicht göttlich?

Gläubige Nonnen ordnen sich einer patriarchalen Mutterkirche unter. Intelligente Frauen ordnen sich der Familie und dem Manne unter; Frauen beschneiden Mädchen, weil sie das männliche Gesetz verinnerlicht haben ....

Wo ist die Kraft meiner Ahninnen, die Kraft der Mütter und der Schwestern, die Kraft der Göttin? - Sie ist in mir und da kann ich sie erwecken.

 

Eine Bewegung zurück in die Selbstbestimmung war die Einrichtung der Beginenhöfe im 11. Jahrhundert.

Um 1100 taucht der Name "Begine" zum ersten Mal urkundlich auf. In Deutschland sind ab 1220 Beginenkonvente und Beginenhöfe nachweisbar. Ihre Blütezeit war zwischen 1250 und 1450, zeitweise lebten bis zu 10 % der Frauen in den Städten als Beginen. (http://www.dachverband-der-beginen.de/w_geschichte.htm)

Mit den Worten von Carol Christ (geb 1945, Autorin, Dr. Phil., spirituelle Feministin, Yale University) aus ihrem Aufsatz „Warum Frauen die Göttin brauchen“

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Fünf Aspekte, die Frauen in der Symbolisierung der Göttin auf der Suche nach Tiefe und spiritueller Identifikation finden Können:

 

Eine positive Bejahung der weiblichen Macht, die sie befreit von der Angewiesenheit auf den männlichen Erlöser und Retter.

Eine positive Bejahung des Frauenkörpers

Eine positive Bejahung des weiblichen Willens

Eine positive Bejahung der Verbundenheit unter Frauen, besonders die Mutter-Tochter-Beziehung wird in ihrer Bedeutung und Kraft wieder sichtbar und wertgeschätzt

Eine positive Bejahung des weiblichen Erbes, das sich auf unsere persönliche Geschichte als Frauen, aber auch als Vorgeschichte unserer Mütter bezieht.

 

Als ich angefangen habe zu malen, habe ich mich bewusst zurückgenommen, wollte keine Geschichten erzählen, legte keinen Wert darauf, dass die Bilder „schön“ sein sollten oder gefallen. Ein ehrlicher Kanal für die Ahninnen zu sein, die sich durch meine Handschrift ausdrücken wollen, das ist mir wichtig.

Ausstellung WeltenWeberinnen 2008

Gedanken zur Ausstellung

Die Idee:

Als ich begann für diese Ausstellung zu malen bewegte mich der Gedanke der Gemeinschaft. 

Wer meinen Lebenslauf kennt weiß, dass ich mich nach vielen Jahren des „All-eine-lebens“ nun seit zwei  Jahren in einer Partnerschaft entdecken darf. Und manchmal muss ich mich wirklich erst wieder neu finden. Ich bin tagtäglich mit Menschen zusammen, mit denen es zum einen gilt ein übergeordnetes Projekt zu tragen, die Musikschule und den Musikladen, das Atelier und die Malschule und zum anderen gilt es auch sich gegenseitig zu tragen und in persönlichen Bereichen zu stützen. 

Dies empfinde ich als eine ebenso schwierige wie freudige Aufgabe.

Früher sagte ich von mir:  ich bin eine „Weltenwanderin, dann wurde ich zur „Mittlerin zwischen den Welten“ - nun sehe ich mich eingeladen in die Welt der „Weltenweberinnen“.

Das heißt, ich fühle mich aufgefordert die Welten in mich aufzunehmen, sie in mir wirken zu lassen und dann meinen eigenen Lebensfaden zu spinnen und mit den anderen zusammen den „Teppich des Lebens“ zu weben.

Ich glaube noch nie in meinem Leben habe ich mich so geerdet gefühlt, und trotzdem  habe ich gelernt den Kontakt mit meinen unsichtbaren Begleitern und Begleiterinnen nicht zu verlieren. Wofür ich unglaublich dankbar bin.

Der Beginn:

In meinem neuen Atelier fing ich an zu arbeiten.

Tagebuchauszug: „Hab angefangen zu malen, kommen „trotz“ meines gewählten Themas andere Bilder ans Licht. Ich male einfach weiter und dann wird sich wohl das Verbindende der Bilder klären. …“

Immer wieder tauchen Symbole vergangener Kulturen in meiner Malerei  auf – Beziehungsweise, beziehe ich sie bewusst ein - warum?

Es geht mir nicht um eine Glorifizierung des Vergangenen, sondern um eine Integration.

Betrachte ich das Leben und sehe nur die Gegenwart, bekomme ich das Gefühl abgeschnitten zu sein von meinen Wurzeln. 

Öffne ich mich der Symbolik vergangener Kulturen und Glaubenssysteme, erfahre ich eine Art Vollständigkeit  oder Weite in meinem Innern, die mir gut tut, in der ich mich geborgen und getragen fühle und ein Windhauch wird zur Berührung eines Engelflügels.

Es ist  eine stille und gleichzeitig freudige Weite in der alles möglich erscheint.

Schon seit den Anfängen der Menschheit versuchen wir das Mysterium des Lebens und des Universums, die Zusammenhänge zwischen Natur und Mensch und deren Auswirkungen auf das Ganze zu begreifen.

Die Wissenschaftler versuchen die Welt und ihre Wunder zu erklären, was ihnen auch immer wieder  zum Teil gelingt. Ich wiederum möchte die Welt nicht erklären, ich möchte ihren Zauber erhalten. 

Ich wünsche mir, dass die Menschen wieder träumen und sich verzaubern lassen von einer Blüte und in einem Baum mehr sehen, als nur eine „stumme Pflanze“.  Sich von den alten Steinwächtern wieder Geschichten erzählen lassen.

Beinahe am Ziel:

Die Bilder haben sich nun fast alle durch mich gemalt und die verbindende Energie, die durch uns fließt ist die Kraft der Anziehung, die Kraft der Verbindung und die Kraft der Wandlung.

Immer wieder fühle ich ein Bild der Weberinnen, der 3 Nornen oder Moiren in mir. Wie sie neues Leben erschaffen, gestalten und beenden – Das Leben im Ganzen geht weiter auch wenn sich Teile verabschieden.

Zufall – oder ein Muster wird gewoben?

Anfang Juli war ich dazu eingeladen an einer Kollektivausstellung im Pfarrgarten Wittlohe teilzunehmen. „Kunst im Pfarrgarten – Kunst und Kirche im Gespräch“. Wie sich alles immer wieder zusammenfügt!

Ich knüpfe an die alte Tradition an, dass Kunst und Religion eng verbunden sind, nur nenne ich es Spiritualität, da Spiritualität, so wie ich sie begreife, viele Suchen nach Wahrheit beinhaltet und setze Bilder, die mir zu fliegen, um.  Gebe den Schwingungen und dem was ich fühle ein Gesicht. Richte den Blick über den Tellerrand hinaus, und finde dort eine mystische Welt, die ich mit Freuden künstlerisch umsetze. 

Meiner Meinung nach entwickelte sich der Ursprung der Kunst und der Religion aus dem  Wunsch der Menschen mit der unsichtbaren Welt zu kommunizieren. Sich durch Höhlenzeichnungen den Geist der zu jagenden Tiere gefügig zu machen. Weibliche Figuren herzustellen, rund und füllig um Fruchtbarkeit zu erlangen. Für Rituale extra Gegenstände herstellen, bemalen, schmücken, formen –  religiöse Kunstgegenstände, oder eben die erste spirituelle Kunst.

Für diese Ausstellung verarbeitete ich unterschiedliche Materialien in meinen Bildern und Objekten. Da ich immer noch zu den Sammlerinnen gehöre, nehm ich das, was ich in der Natur fand und von ihr schon durch die eine oder andere Weise geformt wurde und integrierte es. Freudig nehme ich diese Geschenke an und gebe ihnen ein neues Gesicht.

Freude:

Die Bilder und Objekt sind fertig. 

Heute Abend haben wir sie im Atelier fotografiert. Die Texte und Gedichte lassen sich lesen.

Was bleibt 

 

– ist, die Werke dem Publikum vorzustellen. Mit Freuden erwarten wir den Moment Sie in der Galerie Sternenstaub begrüßen zu dürfen

Serie: Sonnenrad und Mondgestalt 2007

Gedanken zur Ausstellung

In der gedanklichen Auseinandersetzung mit der kommenden Winter-Ausstellung habe ich bemerkt, dass ich mich nicht auf eine Richtung beschränken kann. Das Jahr 2007 ist für mich ein Jahr der Veränderung und des Neuen auf fast allen Gebieten meines Lebens. Ich begegne einer Fülle von Eindrücken, Menschen, Landschaften, Farben, Formen, Klängen und Gefühlen, die sich in mir ausbreiten und die wieder kreativ umgesetzt werden wollen.

Aus einem eher beschaulichen Leben kommend, führe ich nun ein sehr bewegtes Leben. Ich merke wie schwierig, aber auch wie wichtig es ist, in sich zu ruhen und sich Raum zu geben, um ins Gleichgewicht zu kommen und zu bleiben. Vor allen Dingen seine Vision nicht zu verlieren.

In der Winterausstellung sind Werke zu sehen, die alle in diesem Jahr entstanden sind. Anfang des Jahres bewegte mich sehr der Wechsel von La Palma nach Verden. Den Atlantik, die Berge und den Vulkan, eine eher karge Flora und Fauna und die hörbare Stille La Palmas habe ich eingetauscht gegen die Nord- und Ostsee, das Flachland, eine üppige Pflanzen- und Tierwelt und einen beinahe ständigen Geräuschpegel. Doch die am meisten bewegende Veränderung ist, dass aus meinem Singleleben ein Leben in Partnerschaft geworden ist.

In meinen Bildern mischen sich die Farben und das Licht des Südens mit den Farben und der Fülle Deutschlands. Die palmerische Sonne und der Sternenhimmel spiegeln sich in der Bilderserie „Sonnenrad und Mondgestalt“ wider. Sie ist ein Dankeschön an die geliebte Insel.

Parallel entstanden die Frauenbildnisse und die Mandalas. Die Mandalas stehen für Übergang und Neuverwurzelung. Aus dem Zentrum heraus wachsen Formen und Gestalten, sie wiederholen sich und kreisen um den Mittelpunkt. Aus der Mitte heraus handeln, aus der Mitte heraus wachsen wie ein Baum ist das Ziel. In den Frauenbildnissen zeigt sich die Verbundenheit mit der Natur, die in Deutschland auf eine ganz direkte Art präsent ist.